Verstopfung bei Hund und Katze

In diesem Beitrag erhältst Du hilfreiche Tipps und Hinweise zum Thema: Verstopfung bei Hund und Katze

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Wenn die Katze oder der Hund Verstopfungen haben: Ursachen und Behandlungsmethoden

Eine Verstopfung bei Hunden oder Katzen kann gelegentlich vorkommen, etwa durch die Aufnahme von unbekanntem Futter oder durch Medikamente. Haben Hunde oder Katzen eine Verstopfung, spricht man auch von einer Obstipation oder Konstipation. In den meisten Fällen ist die Verstopfung nach kurzer Zeit wieder vorbei und bereitet Deinem Tier keine Probleme mehr. Wenn die Symptome länger anhalten oder Dein Vierbeiner sichtbar unter Schmerzen leidet, ist ein Besuch beim Tierarzt jedoch unumgänglich.

  • Was ist eine Verstopfung?

    Haben Deine Katze oder Dein Hund eine Verstopfung, können sie nur schwer Kot absetzen. Von einer Verstopfung spricht man sowohl bei verhärtetem Kot als auch, wenn die Frequenz des Kotabsatzes sich deutlich verringert. Durch den selteneren Stuhlgang wird der Kot im Dickdarm gestaut, wo er sich weiter konzentriert und noch fester wird. Dass Dein Hund eine Verstopfung hat, erkennst Du daran, dass er sich immer wieder hinhockt, aber keinen Stuhl absetzen kann. Manchmal kommen nur kleine, harte, trockene Brocken, die an Hasenköttel erinnern. Es kann auch passieren, dass der Kot von Schleim überzogen ist. In seltenen Fällen tritt sogenannter Pseudo-Durchfall auf, bei dem Blut oder Schleim ausgeschieden werden, die auf den ersten Blick wie Durchfall aussehen. Häufig kommt es zu Bauchschmerzen, Berührungsempfindlichkeit am Bauch, oder das Tier schleift mit hochgezogenen Hinterbeinen den Po über den Boden. Durch die Schmerzen kann es zu Appetit- und Antriebslosigkeit kommen. Man unterscheidet zwischen einer akuten und einer chronischen Verstopfung. Leidet Dein Vierbeiner unter akuter Verstopfung, halten die Symptome nur wenige Tage lang an. Von einer chronischen Verstopfung hingegen redet man, wenn sie über einen längeren Zeitraum oder sogar dauerhaft Probleme macht.

  • Welche Ursachen kann es für eine Verstopfung geben?

    Kommt es bei Hund oder Katze zur Verstopfung, kann dies verschiedene Ursachen haben. Oft bedingen sich die Ursachen auch gegenseitig. Bewegt sich Dein Vierbeiner zum Beispiel wegen Bauchschmerzen zu wenig, kann die Verstopfung dadurch schlimmer werden. Oft kommen Verstopfungen bei Tieren vor, die ohnehin geschwächt sind. Auch ältere Katzen und Hunde sind besonders häufig betroffen. Mögliche Auslöser für eine Verstopfung können sein:  

    • Falsche Ernährung oder Haltungsfehler
    • Zu wenig Bewegung, eingeschränkte Bewegungsfähigkeit
    • Zu häufige Fütterung von Knochen
    • Zu wenig Wasseraufnahme
    • Verschluckte Gegenstände wie Socken oder Folie
    • Medikamente, die Verstopfung als Nebenwirkung haben
    • Schmerzen im Enddarmbereich, ausgelöst durch einen Abszess oder eine Entzündung
    • Verengung des Darms, beispielsweise durch eine vergrößerte Prostata oder Tumore
    • Ausstülpungen oder andere Veränderungen im Dickdarm
    • Stoffwechselkrankheiten wie eine Schilddrüsenunterfunktion
    • Lähmungen
  • Der Gang zum Tierarzt

    Halten die Verstopfungen länger an oder hat Dein Tier sichtbar Schmerzen, solltest Du unbedingt mit ihm zum Tierarzt gehen. Denn wenn die Symptome zu lange unbehandelt bleiben, kann sich die Darmwand überdehnen, sie leiert sozusagen aus. Für den Transport des Nahrungsbreis ist es jedoch notwendig, dass der Darm sich zusammenziehen kann. Da die Überdehnung irreversibel ist, sollte sie unbedingt vermieden werden. Je nachdem, wie es Deinem Vierbeiner geht, wird der Tierarzt eine Tastuntersuchung und möglicherweise eine rektale Untersuchung durchführen. Außerdem wird der Bauch abgehört, damit der Arzt sich ein Bild über die Darmbewegungen machen kann. Sind die Ursachen auf diese Weise nicht zu erkennen, können Röntgenbilder oder Ultraschalluntersuchungen Aufschluss geben. Eine Blutuntersuchung kann Stoffwechselstörungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion aufzeigen. Besteht der Verdacht auf einen Tumor, kann auch eine Darmspiegelung durchgeführt werden, bei der bei Bedarf Gewebeproben entnommen werden können.

  • Wie behandelt man Katzen und Hunde mit Verstopfungen?

    Sind die Ursachen gefunden, warum Dein Hund Verstopfungen hat, werden zunächst diese Ursachen behandelt. Bei einer akuten Verstopfung reicht oft eine Futteranpassung aus. Als schnelle Hilfe dienen Flohsamenschalen, Milch oder Laktulose. Diese Mittel wirken stuhlauflockernd und unterstützen eine schnelle Darmentleerung. Mithilfe von Klistieren - dabei wird rektal Flüssigkeit in den Darm eingeführt - kann der Kot aufgeweicht werden, sodass er leichter ausgeschieden werden kann. In schweren Fällen können Abführmittel eingesetzt werden. Flüssigkeitsinfusionen stärken den Organismus und tragen ebenfalls dazu bei, dass der Stuhl weicher wird. Es besteht zudem in kritischen Fällen die Möglichkeit, dass der Tierarzt mit einem speziellen Instrument den Kot aus dem Darm entfernt. Dabei kann es jedoch passieren, dass die Darmwand beschädigt wird.

    Darmverschluss als Folge einer Verstopfung

    Im schlimmsten Fall kommt es als Folge einer Verstopfung zum Darmverschluss. Dabei verschließt ein Fremdkörper oder aufgestauter Kot den Darm an einer Stelle komplett, wodurch die gesamte Verdauung zum Stillstand kommt. Der aufgenommene Nahrungsbrei sammelt sich vor dem Verschluss und kann dort aufgasen. Durch die Gärung entstehen neben Gasen auch Giftstoffe. Unbehandelt kommt es zu schweren Schäden am Darm, denn dieser kann absterben und aufreißen. Gelangt der Nahrungsbrei in den Bauchraum, kommt es zu lebensbedrohlichen Entzündungen. Eine OP ist bei einem Darmverschluss unerlässlich. Während der OP werden der Fremdkörper und der aufgestaute Nahrungsbrei entfernt.

  • Der Verstopfung vorbeugen

    Natürlich kannst Du schon im Vorfeld einiges tun, damit es nicht zu einer Obstipation kommt. Wichtig ist ein ausgewogenes, ballaststoffreiches Futter. Ideal ist es, den Hund zu barfen, denn bei dieser Fütterungsmethode hast Du den genauen Überblick darüber, was Dein Vierbeiner zu fressen bekommt. Trockenfutter begünstigt hingegen Verstopfungen, denn der Hund benötigt für die Verdauung viel Flüssigkeit. Steht also nicht ausreichend Trinkwasser zur Verfügung, kann das Futter nur schwer verdaut werden. Zudem werden in Fertigfutter oft Füllstoffe verwendet, um das Tier zu sättigen, die jedoch für den Organismus keinen Wert haben und die Verdauung verlangsamen. Beim Barfen stimmst Du die Fütterung genau auf Dein Tier ab. Zu Verstopfungen kommt es beim Barfen zuweilen in der Umstellungsphase, wenn Dein Vierbeiner die Rohfütterung noch nicht gewöhnt ist. Häufiger sind Verstopfungen durch sogenannten Knochenkot.

     

     

    Knochenkot vermeiden - Knochenmenge anpassen

    Rohe, fleischige Knochen sind eine wichtige Komponente beim Barfen. Sie dienen der Zahnreinigung und versorgen den Körper mit Kalzium. Bekommt Dein Tier jedoch eine zu große Menge Knochen, kann dies bei Katzen und Hunden Probleme verursachen. Ist der Körper des Tieres ausreichend mit Kalzium versorgt, kann es nicht mehr aufgenommen werden. Da jedoch Knochen zu großen Teilen aus Kalzium bestehen, werden diese nicht optimal verdaut. Beim Weg durch den Darm wird der Kalzium-Knochenbrei immer zäher. Dem Nahrungsbrei wird im Dickdarm zusätzlich Wasser entzogen, doch da der Knochenbrei ohnehin schon sehr zäh ist, kann es in der Folge zu schweren Verstopfungen bis hin zum Darmverschluss kommen. In leichten Fällen äußert sich die Überversorgung mit Kalzium nur mit hartem Kot und Problemen beim Kotabsatz. In manchen Fällen kann es aber auch zu einer lebensbedrohlichen Situation durch den Darmverschluss kommen. Achte bei der Knochenfütterung also immer auf die Menge und passe diese an den Bedarf Deines Tieres an.