Niereninsuffizienz bei Hund und Katze

In diesem Beitrag erhältst Du hilfreiche Tipps und Hinweise zum Thema: Niereninsuffizienz bei Hund und Katze

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Niereninsuffizienz

Bei einer Niereninsuffizienz ist die Funktion der Niere beeinträchtigt. Dies führt dazu, dass Giftstoffe im Körper nicht mehr oder nur noch eingeschränkt abgebaut werden können. Eine Niereninsuffizienz bei Hund oder Katze kann entweder chronisch oder akut auftreten. Vor allem bei Katzen ist die Niereninsuffizienz eine der häufigsten Todesursachen.

  • Ursachen für die Niereninsuffizienz bei Katze und Hund

    Die Niereninsuffizienz kann verschiedene Ursachen haben. Unterschieden wird dabei zwischen den Ursachen für eine akute Niereninsuffizienz und denen für eine chronische Niereninsuffizienz.

    Mögliche Ursachen für eine chronische Niereninsuffizienz:

    • angeborene Vorerkrankungen, zum Beispiel Nierendysplasien oder Zystennieren, einige Rassen (Katzen: Maine Coone, Siamesen, Burmesen, Hunde: Cockerspaniel, Dobermänner, Samoyeden) neigen vermehrt zu Niereninsuffizienzen
    • Nierensteine
    • Tumore
    • Autoimmunkrankheiten oder andere Erkrankungen des Immunsystems
    • Entzündungen
    • Eine vorangegangene akute Niereninsuffizienz, wenn deren Ursache die Niere dauerhaft angegriffen hat

    Häufig lässt sich für eine Niereninsuffizienz keine konkrete Ursache finden. In diesem Fall spricht man vom idiopathischen Auftreten. Oft kommt dies beispielsweise bei alten Hunden vor.

    Mögliche Ursachen für eine akute Niereninsuffizienz:

    • Verstopfungen in den Harnleitern, zum Beispiel durch Blasensteine
    • starke Entzündungen wie etwa eine Blutvergiftung
    • Vergiftungen durch nierenschädigende Substanzen oder Medikamente, zum Beispiel Pestizide oder Frostschutzmittel
    • Störungen im Herz-Kreislauf-System, ausgelöst durch einen Unfall oder Ähnliches
    • schlechte Nieren-Durchblutung während einer Vollnarkose
    • Fieber
    • Infektionen
  • Welche Symptome bringt eine Niereninsuffizienz beim Hund mit sich?

    Liegt eine Schädigung der Nieren vor, fällt dies zunächst oft gar nicht auf. Denn bevor es zu klinischen Symptomen kommt, kompensiert die Niere ihre nachlassende Funktion für einen längeren Zeitraum, oft über Monate hinweg. Erst wenn etwa 70-75 Prozent der Niere nicht mehr in der Lage sind, ihre Aufgaben zu erfüllen, kommt es zu Symptomen. Typische Symptome für eine Niereninsuffizienz beim Hund sind starker Durst und ein vermehrter Harndrang. Als Hundehalter wunderst Du Dich möglicherweise, dass Dein Hund plötzlich nicht mehr stubenrein ist, weil er in die Wohnung uriniert. Zudem sind die Hunde oft müde, verlieren an Gewicht oder haben wenig Appetit. Ist die Niereninsuffizienz weit fortgeschritten, kann es zu Krampfanfällen kommen. Eine chronische Nierenerkrankung kann zum Tod des Hundes führen. Bei einer akuten Niereninsuffizienz beim Hund treten die Symptome plötzlich auf. Oft sind es Durchfall, Erbrechen, zuweilen einhergehend mit Nahrungsverweigerung. Im Gegensatz zur chronischen Niereninsuffizienz ist ein typisches Symptom für eine akute Störung ein reduzierter Harnabsatz.

  • Welche Symptome zeigen sich bei einer Niereninsuffizienz bei Katzen?

    Bei Katzen zeigen sich im Falle einer Nierenschädigung ähnliche Symptome wie bei Hunden. Ihr Fell wird stumpf, sie trinken mehr, urinieren gleichzeitig auch mehr, verweigern die Nahrungsaufnahme, leiden an Durchfall und Erbrechen und verlieren insgesamt deutlich an Lebenslust. Eine chronische Niereninsuffizienz bei Katzen ist vergleichsweise häufig und kommt vor allem bei alten Katzen vor. Die Feststellung, dass eine Nierenerkrankung vorliegt, ist für Halter von Wohnungskatzen deutlich einfacher als für Halter von Freigängern. Denn bei Wohnungskatzen hast Du genau im Blick, welche Mengen Urin ausgeschieden werden, während Freigänger ihr Geschäft meist im Freien verrichten. Dabei ist der vermehrte Harnabsatz in Kombination mit starkem Durst das sicherste Anzeichen dafür, dass Du eine nierenkranke Katze zu Hause hast. Die Niereninsuffizienz bei Katzen ist nicht heilbar. Allenfalls kann der Verlauf der Erkrankung verlangsamt werden. Katzen können mit dem richtigen Futter noch lange Zeit zufrieden leben.

  • Was passiert bei der Niereninsuffizienz?

    Nicht jede Nierenerkrankung geht mit einer Niereninsuffizienz einher. Genau genommen liegt die Niereninsuffizienz erst dann vor, wenn die Leistungsfähigkeit der Niere tatsächlich eingeschränkt ist. Bei einer Nierenerkrankung werden Nephrone zerstört. Dabei handelt es sich um Nierenkörperchen und Nierenkanälchen. Im Grunde handelt es sich bei Nephronen um kleine Filter, die für die Ausscheidung von harnpflichtigen Stoffen zuständig sind. Funktionieren die Filter nicht mehr richtig, wird unter anderem vermehrt Flüssigkeit ausgeschieden, sodass der Körper zunehmend austrocknet. Außerdem werden Giftstoffe nicht mehr gefiltert, zudem kann der Mineralstoffhaushalt nicht mehr ausreichend reguliert werden. Der Harnstoff, der normalerweise von den Nieren gefiltert wird und ein Nebenprodukt des Eiweißstoffwechsels ist, verbleibt im Blut und reichert sich dort an. Aus dem Harnstoff kann Ammoniak entstehen, das giftig ist und Schäden am Gehirn verursacht. Zudem entsteht ein Teufelskreis durch Phosphor, der nicht abgebaut werden kann. Denn er verbleibt in den Nieren und schädigt diese zusätzlich. Um die Niereninsuffizienz bei Hund und Katze zu diagnostizieren, werden Blut- und Urinuntersuchungen durchgeführt.

  • Wie kann die Niereninsuffizienz bei Katze und Hund aufgehalten werden?

    Eine chronische Niereninsuffizienz ist nicht heilbar. Ist die Niere einmal geschädigt, kann sie sich nicht regenerieren. Im Idealfall ist nur eine Niere betroffen, sodass die gesunde Niere die Entgiftung vollständig übernehmen kann. Häufig sind jedoch beide Nieren betroffen. Zwar ist eine Heilung nicht möglich, eine Verzögerung kann aber durchaus erreicht werden. Handelt es sich hingegen um eine akute Niereninsuffizienz, kann diese durch die Gabe von Antibiotika und Infusionen durchaus geheilt werden. Bei chronisch nierenkranken Hunden und Katzen setzt man hingegen auf die sogenannte Nierendiät. Dabei handelt es sich um eine Fütterungsform, die nierenschonend ist und den ohnehin schon angegriffenen Nieren nicht noch mehr abverlangt.

    Nierendiät - das richtige Futter bei einer Niereninsuffizienz

    Barfen ist die beste Möglichkeit der individuellen, nierenfreundlichen Fütterung für Katzen und Hunde. Das tägliche Futter kann genau an die Bedürfnisse Deines Tieres angepasst haben und so zu einer Linderung der Beschwerden beitragen. Bei einer Niereninsuffizienz sind vor allem folgende Dinge entscheidend:

    Hochwertiges Protein: Eiweiß ist wichtig, um das Gewebe zu erhalten. Das gilt auch für das Nierengewebe, das unbedingt bestehen bleiben muss, um die übrige Nierenfunktion nicht zu gefährden. Zudem stärkt Eiweiß das Immunsystem. Hochwertige Proteine aus gutem Muskelfleisch sind ideal.

    Wenig Phosphor: Da Phosphor von der geschädigten Niere nur noch unzureichend abgebaut werden kann, sollte bei der Fütterung auf stark phosphorhaltige Lebensmittel verzichtet werden, um eine weitere Schädigung der Nieren zu verhindern. Fürs Barfen bedeutet das, die Knochengabe zu reduzieren. Denn neben Calcium enthalten Knochen besonders viel Phosphor. Das Calcium kann durch Calciumpräparate oder Eierschalen supplementiert werden, die gleichzeitig auch noch Phosphor binden.

    Wenig Salz: Da die Niereninsuffizienz bei Hund und Katze ohnehin schon für starken Durst sorgt, sollte auf Salz weitgehend verzichtet werden. Dieses würde den Durst nur weiter steigern und die Nieren zu sehr belasten.

    Viel Wasser: Erkrankte Tiere sollten jederzeit ausreichend frisches Trinkwasser zur Verfügung haben. Bei Hunden kann etwas Milch ins Wasser gegeben werden, um den Geschmack zu verbessern und den Anreiz zum Trinken zu erhöhen. Bei Katzen ist davon hingegen abzuraten. Brühe oder Salz sollte bei beiden Tieren vermieden werden.

    Karotenhaltige Gemüse: Karotene sind vor allem in gelben, roten und grünen Gemüsesorten enthalten, zum Beispiel in Mohrrüben oder Süßkartoffeln.

    Supplementierung von Spurenelementen: Vor allem Kalium, aber auch Spurenelemente, B-Vitamine sowie das Coenzym Q10 sollten zugefüttert werden.