Diabetes bei Hund und Katze

In diesem Beitrag erhältst Du hilfreiche Tipps und Hinweise zum Thema: Diabetes bei Hund und Katze

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Stoffwechselerkrankung Diabetes

Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung, die sowohl Hunde als auch Katzen treffen kann. Hunde bekommen Diabetes vor allem in der zweiten Lebenshälfte, es können aber auch jüngere Tiere betroffen sein. Zudem erkranken unkastrierte Hündinnen viermal häufiger an Diabetes als Rüden. Bei Katzen trifft es häufiger kastrierte Kater und vor allem übergewichtige Tiere. Insgesamt sind ca. 70-80 Prozent aller Diabetes-Katzen übergewichtig. Nicht nachgewiesen, aber vermutet ist, dass Burma-Katzen ein genetisch bedingtes höheres Diabetes-Risiko haben. Bei Hunden tritt das erhöhte Risiko vermutlich bei Beagles, Chow-Chows, Dackeln, Alaskan Malamuten, Pudeln, Retrievern, Samojeden, Spitzen, West-Highland-Terriern und Zwergschnauzern auf.

  • Was ist Diabetes?

    Nach der Nahrungsaufnahme werden die Speisen im Darm in ihre Einzelteile aufgespalten. Kohlenhydrate werden überwiegend zu Glukose, also Zuckerbausteinen, abgebaut. Diese gelangen über den Darm ins Blut. Glukose ist ein wichtiger Energielieferant für Zellen und daher essentiell für den gesamten Organismus. Doch damit der kleine Energieträger in die Zellen gelangen kann, benötigt der Körper ein bestimmtes Hormon, das Insulin. Dieses wird in der Bauchspeicheldrüse produziert und dient als Schlüssel für die Glukoseaufnahme. Liegt Diabetes bei Hund oder Katze vor, wird zu wenig oder gar kein Insulin vom Körper produziert. Dadurch kann der lebenswichtige Zucker nicht in die Zellen, sondern verbleibt im Blut. Daher auch der Name, denn Diabetes heißt so viel wie "Durchfluss", mellitus bedeutet "honigsüß".

  • Diabetes Typ 1 und Typ 2

    Sowohl beim Menschen als auch bei Hund und Katze gibt es zwei beziehungsweise drei Diabetes-Typen.

    Typ-1-Diabetes

    Bei dieser Diabetes-Form wird in der Bauchspeicheldrüse überhaupt kein Insulin produziert. Es herrscht also ein absoluter Mangel an Insulin. Es handelt sich um eine Autoimmunkrankheit, bei der die β-Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört werden. Dieser Prozess ist schleichend. Der Typ-1-Diabetes manifestiert sich erst, wenn 80-90 % der β-Zellen zerstört sind, vorher sind möglicherweise noch kleine Insulinmengen messbar. Woher diese Autoimmunkrankheit kommt, ist noch weitgehend unbekannt. Vermutet wird, dass meist eine genetische Disposition zugrunde liegt. Der tatsächliche Ausbruch der Krankheit wird möglicherweise durch Infektionen, Vergiftungen oder Entzündungen ausgelöst.

     

     

     

     

    Typ-2-Diabetes

    Beim Typ-2-Diabetes wird noch Insulin von der Bauchspeicheldrüse produziert. Dieses reicht jedoch entweder nicht aus, um den Körper zu versorgen oder die Zellen reagieren nicht ausreichend auf das Insulin, es liegt also eine Insulinresistenz vor. Die Ursache für Typ-2-Diabetes ist ein Rezeptordefekt, dessen genetische Ursachen bisher ungeklärt sind. Dieser Diabetes-Typ kann zudem durch Übergewicht, das Geschlecht, zu wenig Bewegung oder bestimmte Medikamente begünstigt werden.

    Typ-3-Diabetes

    Ursache für diese Sonderform ist eine andere Grunderkrankung, die dann zu Diabetes führt. Ein sogenannter Läufigkeits- oder Trächtigkeitsdiabetes beim Hund wird beispielsweise durch das Hormon Progesteron ausgelöst. Auch Morbus Cushing oder eine Schilddrüsenunterfunktion können diese Form des Diabetes verursachen. Wird die Grunderkrankung rechtzeitig erkannt und behandelt, bildet sich der Diabetes bei Katze und Hund in der Regel wieder zurück. Bei zu später Therapie kann er sich aber auch zu einem bleibenden Diabetes entwickeln.

  • Welche Symptome verursacht Diabetes bei Hund und Katze?

    Die Symptome von Diabetes bei Katze und Hund sind unabhängig vom Krankheitstyp identisch. Nach dem Fressen gelangt Zucker ins Blut. Der Zucker findet durch den Insulinmangel aber nicht den Weg in die Zellen, wo er normalerweise zur Energiegewinnung verbrannt wird. Es kommt also zu einem Energiedefizit. Dadurch fressen an Diabetes erkrankte Katzen und Hunde übermäßig viel und haben ständig Hunger, nehmen aber trotzdem ab. Die Glukose wird ausgeschieden und nimmt dabei große Mengen Wasser mit. Der Körper verliert also zuviel Flüssigkeit, was wiederum zu großem Durst führt. Zusätzlich zum Kohlenhydratstoffwechsel sind auch der Eiweiß- und Fettstoffwechsel beeinträchtigt. Entgleist der Fettstoffwechsel, können saure Reste entstehen, die sogenannten Ketonkörper. Wenn sie sich im Blut ansammeln, kann es zur diabetischen Ketoazidose kommen, die mit lebensgefährlichen Vergiftungserscheinungen einhergehen kann.

     

    Die Symptome im Überblick:

    • vermehrter Durst
    • verstärktes Wasserlassen
    • großes Hungergefühl
    • Abnahme
    • Dehydration
    • Apathie
    • stumpfes Fell
    • Linsentrübungen im Auge
    • Gelbsucht
    • Durchfall
    • Erbrechen
    • Lähmungserscheinungen an den Hinterbeinen
    • erhöhte Infektanfälligkeit
  • Wie erfolgt die Diagnose des Diabetes?

    Leidet Dein Hund oder Deine Katze unter den obigen Symptomen, wird dem Tierarzt schnell klar sein, dass diese für Diabetes sprechen. Trotzdem muss die Diagnose gewissenhaft erfolgen, denn je nach Ausprägung der Krankheit können Symptome wie vermehrter Durst oder übermäßiges Wasserlassen auch für eine Niereninsuffizienz oder eine andere Erkrankung sprechen. Für eine gesicherte Diagnose gibt es drei verschiedene Möglichkeiten. Häufig werden sie miteinander kombiniert. Es werden sowohl das Blut als auch der Urin auf Glukose untersucht. Vor allem bei Katzen ist zusätzlich zur Glukosemessung eine Fruktosaminmessung des Bluts sinnvoll. Denn bei Katzen kann durch den Stress der Untersuchung der Glukosegehalt ansteigen und das Ergebnis verfälschen. Der Fruktosaminwert bleibt jedoch bei Stress unverändert und gibt Aufschluss über den Blutzuckerspiegel der letzten ca. 14 Tage.

  • Wie kann Diabetes bei Hund und Katze behandelt werden?

    Wie gut die Zuckerkrankheit bei Katzen und Hunden behandelt werden kann, hängt unter anderem davon ab, wie früh die Krankheit erkannt wird. In jedem Fall muss Insulin gespritzt werden. Eine Substituierung über Tabletten hat sich leider bei Tieren als wenig praktikabel erwiesen. Der Tierarzt wird Dir zeigen, wie Du das Insulin spritzen kannst. Bei Hunden gibt es inzwischen wirksame Depots, die die täglich einmalige Insulingabe ausreichend machen. Liegt ein Diabetes mellitus bei Katzen vor, wird in der Regel zweimal täglich gespritzt. Eine regelmäßige Kontrolle ist notwendig, um auf eine Verschlimmerung der Symptome des Diabetes mellitus schnell reagieren zu können.

  • Wie muss die Fütterung bei Diabetes angepasst werden?

    Wichtig bei Diabetes ist, dass der Blutzuckerspiegel möglichst konstant gehalten wird. Dafür sollten feste Fütterungszeiten eingehalten werden. Für Katzen ist dies oft schwerer als für Hunde, weil sie es häufig gewohnt sind, viele kleine Mahlzeiten am Tag zu bekommen. Trotzdem tragen feste Futterzeiten dazu bei, den Zustand des Tieres zu stabilisieren. Die Fütterung sollte kohlenhydratarm, aber faserreich sein. Die Fasern verlangsamen den Futtertransport durch den Darm, was zu einer gleichmäßigeren Glukosefreisetzung führt. Barf ist ideal für Hunde und Katzen, die an Diabetes leiden, weil das Futter individuell zusammengestellt werden kann. Neben dem Futter spielt Bewegung eine große Rolle. Vor allem übergewichtige Katzen und Hunde sollten sich ausreichend bewegen.