Barf-Futterplan

In diesem Beitrag erhältst Du hilfreiche Tipps und Hinweise zum Thema: Barf-Futterplan

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Das gehört in den Napf

Bei der Biologisch artgerechten Rohfütterung (BARF) werden Hunde roh gefüttert. Der Speiseplan orientiert sich an den Dingen, die Wölfe in freier Wildbahn zu sich nehmen würden. Da Beutetiere üblicherweise komplett verzehrt werden, besteht auch der BARF-Futterplan aus den verschiedenen Komponenten, die das Beutetier ausmachen. Im Wesentlichen sind das Muskelfleisch, Innereien, fleischige KnochenPansen, Öle und Gemüse beziehungsweise Obst sowie Mineralien. Die vegetarischen Anteile ergeben sich dadurch, dass es sich bei Beutetieren oft um Pflanzenfresser handelt, deren Mageninhalt mitgefressen wird. Ein ausgewogener BARF-Futterplan berücksichtigt all die einzelnen Bestandteile.

  • Die Umstellung auf den BARF-Futterplan

    Ein guter BARF-Futterplan für Hunde hängt von verschiedenen Faktoren ab. Relevant ist beispielsweise das Gewicht des Hundes, sein Alter sowie sein Aktivitätslevel. Ein sportlich aktiver Hund benötigt natürlich viel mehr Energie als ein älterer Hund, der lediglich gemütliche Spaziergänge absolviert. Ebenso hat ein kleiner Terrier immer einen verhältnismäßig höheren Energiebedarf als ein großer Neufundländer. Das Verhältnis von Fleisch, Pansen, Innereien und Gemüse variiert je nach Alter des Hundes.

  • Das richtige Maß finden

    Aller Anfang ist oft schwer, weswegen viele Hundehalter die Umstellung auf BARF scheuen. Doch mit einem individuellen BARF-Futterplan ist es ganz leicht, seinen Hund artgerecht und ausgewogen zu füttern. Im Internet gibt es viele kostenlose BARF-Rechner, mit deren Hilfe Du Dir einen guten Futterplan zusammenstellen kannst. Wichtig beim Barfen ist zudem auch nicht, jeden Tag eine absolut ausgewogene Mahlzeit zusammenzustellen. Tatsächlich reicht es, wenn pro Woche die Verhältnisse stimmen. Bekommt Dein Hund also den einen Tag zu wenig Calcium oder Vitamine, wird es eben an einem anderen Tag ausgeglichen.

  • Wie schnell ist die Umstellung auf BARF möglich?

    Wie schnell ein Hund auf das neue Futter umgestellt werden kann, ist von Hund zu Hund verschieden. Maßgeblich ist, wie lange der Hund sein bisheriges Fertigfutter bereits bekommen hat. Ist der Hund also schon älter, wird die Umstellung eventuell schwieriger als bei einem jungen Hund, der noch nicht so lange Fertigfutter bekommen hat. Die Umstellung auf BARF sollte immer vollständig erfolgen. Denn wenn Fertigfutter und rohes Fleisch miteinander vermischt werden, kann dies zu Verdauungsproblemen führen, was gerade bei empfindlichen Hunden zu vermeiden ist.

  • Das Vorgehen bei der Umstellung

    Um den Hund auf BARF umzustellen, gibt es vier verschiedene Möglichkeiten:

    1. Radikale Umstellung: In diesem Fall bietest Du Deinem Hund einfach anstelle seines herkömmlichen Futters eine BARF-Mahlzeit an. Fortan bekommt er Muskelfleisch, Innereien, fleischige Knochen, Gemüse, Öl und Mineralien statt Fertigfutter
    2. Radikale Umstellung mit Fastentag: Um den Hund aufs Barfen umzustellen, kannst Du einen Fastentag einlegen. Zum einen ist dann das Fertigfutter ausgeschieden, zum anderen steigt so die Chance, dass Dein Hund das rohe Fleisch annimmt, denn nach dem Fastentag hat er ordentlich Hunger.
    3. Langsame Umgewöhnung: Bei dieser Art der Umstellung wird nach und nach eine Mahlzeit durch BARF ersetzt. Dein Hund bekommt beispielsweise morgens eine BARF-Mahlzeit und abends noch sein gewohntes Fertigfutter. Da frisches Fleisch und Trockenfutter aber unterschiedlich verdaut werden, ist es nicht ratsam, beide Komponenten zu vermischen und in einer Mahlzeit zu füttern. Über ein paar Tage wird das Fertigfutter immer weiter reduziert und der BARF-Anteil wächst.
    4. Umgewöhnung für skeptische Hunde: Da es weniger intensiv riecht als industriell gefertigtes Futter, wollen viele Hunde das Fleisch zunächst nicht fressen. Verweigert Dein Hund komplett das Fressen, kannst Du das Fleisch leicht anbraten oder kochen. Mit zunehmender Akzeptanz reduzierst Du die Garzeit, bis das Fleisch schließlich auch roh angenommen wird.
  • Wissenswertes für die Umstellung

    Idealerweise beginnst Du mit wenigen Komponenten, die langsam gesteigert werden. Starte also mit einer Sorte Muskelfleisch und einer Sorte Gemüse. Lamm oder Rind bieten sich hier an, ebenso wie Mohrrüben oder Fenchel. Das Gemüse sollte püriert oder gekocht werden, da Hunden die Enzyme fehlen, um die Nährstoffe aufzuspalten. Das Fleisch sollte nicht zu fettig sein und kann gewolft werden, weil es so besser akzeptiert wird. Statt auf das richtige Verhältnis von Muskelfleisch, Innereien und Knochen zu achten, wird die komplette Fleischration in Form von Muskelfleisch gefüttert. Nach und nach können weitere Komponenten hinzugefügt werden, zum Beispiel Pansen und eine Obstsorte. Wichtig ist, dass der Speiseplan auch Öl und Mineralien enthält. Denn viele Vitamine können nur zusammen mit Fett verarbeitet werden. Außerdem ist der Fettgehalt von gezüchteten Futtertieren anders als der von Beutetieren in der freien Natur. Hochwertige Öle schaffen hier einen Ausgleich. Der Hund sollte nach den ersten Fütterungen gut beobachtet werden. Denn nur, wenn das bisherige Futter gut vertragen wird, kannst Du den BARF-Futterplan weiter ergänzen. Verträgt Dein Hund etwas nicht so gut, gib es ihm solange überbrüht, bis er es verträgt. Läuft es gut, kannst Du als nächstes Innereien ausprobieren.

  • Der BARF-Futterplan für Welpen

    Schon die Kleinsten können problemlos gebarft werden. Ideal ist es natürlich, wenn Welpen dies bereits vom Züchter kennen. Ist das nicht der Fall, kannst Du Deinen Hund unkompliziert auf die Rohfütterung umstellen, sobald er bei Dir ist. Da Welpen das bisherige Futter noch nicht allzu lange bekommen haben, geht die Umstellung schnell. Welpen dürfen keinen ganzen Tag fasten. Hier reicht es, eine Mahlzeit auszulassen. Bei der Berechnung der täglichen Futtermenge wird immer vom aktuellen Körpergewicht ausgegangen. Hunde im Wachstum benötigen mehr Energie als ausgewachsene Hunde. Deswegen sollte die tägliche Futterportion etwa 5-7 Prozent des Körpergewichts entsprechen. Damit der Hund nicht zu viel oder zu wenig Futter bekommt, muss die Futterration immer wieder an das zunehmende Gewicht angepasst werden. Generell sollten große Hunderassen im Verhältnis zum Körpergewicht eher weniger Futter bekommen als kleine, um die Gelenke zu schonen. Nimmt Dein Hund zu viel zu oder lässt er sein Futter stehen, passe die Ration an. Das Verhältnis zwischen Fleisch und Gemüse/Obst sollte bei etwa 80:20 liegen. Dabei besteht der Fleischanteil zu etwa 40 Prozent aus Muskelfleisch, zu 25 Prozent aus Innereien und zu 15 Prozent aus Knochen. Mineralien und Öle werden zudem nach Bedarf gefüttert.

  • Der BARF-Futterplan für erwachsene Hunde

    Bei erwachsenen Hunden reduziert sich je nach Aktivität die Fütterungsmenge auf 2-4 Prozent des Körpergewichts. Das bedeutet, dass ein Hund mit 10 kg Körpergewicht etwa 200-400 Gramm Futter am Tag bekommt. Bewegt sich Dein Hund sehr viel, benötigt er möglicherweise etwas mehr Futter. Bewegt er sich wenig, reduzierst Du die Futtermenge. Der BARF-Futterplan sieht vor, dass ungefähr 80-85 Prozent des Futters durch Fleisch, Innereien und rohe fleischige Knochen abgedeckt werden und der Rest durch Obst, Gemüse sowie Öle und Mineralien nach Bedarf. Wenn Du Knochen füttern willst, achte darauf, dass ausreichend Fleisch dran ist. Um den Knochen verdauen zu können, benötigen Hunde Enzyme, die nur durch das Fleisch am Knochen freigesetzt werden. Teile das Futter auf zwei Mahlzeiten auf, wobei Du morgens und mittags das Gleiche füttern kannst.

  • Der BARF-Futterplan für Senioren

    Ältere Hunde haben üblicherweise einen geringeren Energiebedarf, weil sie sich weniger bewegen. Dieses niedrigere Aktivitätsniveau sollte sich auch in der Fütterung widerspiegeln, um eine Zunahme zu vermeiden. Ideal ist also eine Futtermenge von ca. 2-3 Prozent des Körpergewichts. Da viele ältere Hunde Probleme mit den Zähnen bekommen, empfehlen sich weichere Knochen. Zudem sollten Obst und Gemüse gekocht werden, weil sie dann besser verdaulich sind.